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In diesem Zustand haben wir die Wiese im Sommer 2018 übernommen. – Foto: Theres Schimansky
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In diesem Zustand haben wir die Wiese im Sommer 2018 übernommen. – Foto: Theres Schimansky
Was sind Streuobstwiesen?
Streuobstwiesen stellen eine traditionelle Form der extensiven Landnutzung dar und entwickelten sich in Europa seit dem 16. Jahrhundert als Kombination aus Obstbau und landwirtschaftlicher Flächennutzung. Als vom Menschen geschaffene und bewirtschaftete Lebensräume zählen sie zu den Kulturlandschaften und nicht zu natürlichen Ökosystemen.
Durch die zunehmende Intensivierung und Industrialisierung des Obstanbaus sind Streuobstwiesen heute stark rückläufig. Aufgrund ihrer hohen ökologischen, kulturellen und historischen Bedeutung wurden sie im Jahr 2021 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Streuobstwiesen leisten einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sie extensiv bewirtschaftet werden, also auf intensive Düngung sowie den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel weitgehend verzichtet wird. Zusätzlich erfolgt die Mahd in der Regel lediglich ein- bis zweimal jährlich und vergleichsweise schonend, beispielsweise mit Balkenmähern oder Sensen. Dadurch können um die 5000 Tier- und Pflanzenarten geeignete Lebensräume finden und ihre Lebenszyklen erhalten.
Ein wesentliches Merkmal von Streuobstwiesen ist ihre vertikale Strukturierung in verschiedene Lebensraumschichten, die Organismen mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen Lebensraum bietet.
Unterirdischer Bereich („Keller“)
Der Boden bildet die Grundlage für zahlreiche biologische Prozesse. Hier leben unter anderem Kleinsäuger wie Maulwürfe und Mäuse sowie verschiedene Wirbellose, beispielsweise Würmer, Insektenlarven und Schnecken. Darüber hinaus tragen Mikroorganismen wie Pilze, Bakterien und Algen wesentlich zur Zersetzung organischer Stoffe und zum Nährstoffkreislauf bei.
Krautschicht („Erdgeschoss“)
Die Wiesenfläche zeichnet sich durch eine hohe Vielfalt an Blühpflanzen aus. Diese stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten dar und bieten zugleich Lebensraum und Schutz für zahlreiche Kleinsäuger und Amphibien.
Gehölzschicht („Obergeschoss“)
Die Bäume und Hecken einer Streuobstwiese schaffen vielfältige ökologische Nischen. An den Baumstämmen siedeln Flechten, Moose und holzabbauende Pilze. Totholz und Baumhöhlen dienen zahlreichen Arten – darunter Insekten, Fledermäusen und Eichhörnchen – als Lebensraum. Hecken bieten Brut- und Rückzugsmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten. Während der Blütezeit stellen Obstbäume eine bedeutende Nahrungsquelle für bestäubende Insekten dar; zusätzlich dienen Blätter vielen pflanzenfressenden Insekten als Nahrung.
Die hohe Strukturvielfalt macht Streuobstwiesen zu besonders wertvollen Lebensräumen und zu wichtigen Rückzugsorten für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Entwicklung und Pflege unserer Streuobstwiese
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Eingang Streuobstwiese – Foto: Robin Wolfframm
Eingang Streuobstwiese – Foto: Robin Wolfframm
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unsere Aussicht – Foto: Robin Wolfframm
unsere Aussicht – Foto: Robin Wolfframm
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unsere Trockentoilette – Foto: Robin Wolfframm
unsere Trockentoilette – Foto: Robin Wolfframm
Im Juni 2018 übernahm die Gruppe die Pflege einer städtischen Streuobstwiese, da der bisherige Eigentümer diese nicht mehr ausreichend bewirtschaften konnte. Ziel war ein langfristiger Nutzungsvertrag.
Bereits im Herbst 2018 wurden erste Pflegemaßnahmen durchgeführt, bei denen Sträucher und Hecken zurückgeschnitten und das Schnittgut zu Benjeshecken und Gehölzhaufen verarbeitet wurde. Zusätzlich wurden im Rahmen einer Kooperation mit dem Nationalparkzentrum Bad Schandau drei Obstbäume nachgepflanzt.
Ab 2019 begann die Vorbereitung einer Blühwiese zur Förderung der Artenvielfalt und zur Schaffung neuer Lebensräume für Insekten und andere Tierarten.
Im Jahr 2020 starteten die Pflegeeinsätze trotz schwieriger Bedingungen mit vielfältigen Aufgaben wie Heckenschnitt, Obstbaumpflege und der weiteren Flächenentwicklung. Die Corona-Pandemie verzögerte die Arbeiten an der Blühfläche, weshalb die Aussaat auf den Herbst verschoben wurde. Parallel wurde ein Grüne-Klassenzimmer-Projekt mit Terrassenbau begonnen und die Fläche schrittweise ökologisch aufgewertet.
Regelmäßige Pflegeeinsätze in den folgenden Monaten dienten der weiteren Vorbereitung der Blühwiese, der Flächenpflege sowie dem gemeinschaftlichen Austausch. Auch im November 2020 wurde die Wiese winterfest gemacht.
Im Jahr 2021 wurden die Arbeiten fortgesetzt und mit dem letzten Einsatz im Oktober abgeschlossen. Insgesamt zeigt sich, dass durch kontinuierliches ehrenamtliches Engagement eine artenreiche Streuobstwiese erhalten und ökologisch weiterentwickelt werden konnte.
Diese Pflanzen haben wir auf unser Streuobstwiese
Diese Lebewesen fühlen sich auf unserer Wiese wohl
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