RG SebnitzServiceErste Hilfe für Tiere

Was tun?

Wo gibt es Hilfe, wenn verletzte oder verlassene Tiere gefunden werden?

An uns werden immer wieder Anfragen gestellt, wenn aufmerksame Naturbeobachter*innen hilflose oder verletzte Tiere finden, was sie damit machen können, wohin sie sie bringen können, da wir selber keine Tiere aufnehmen können. Wir haben im folgenden für Sie links der entsprechenden Anlaufstellen, die uns bekannt sind, zusammengetragen. Sollten Sie noch andere Ansprechpartner*innen kennen, dann lassen Sie es uns wissen. Wir ergänzen unsere Auflistung gern:

Vogel

Foto: NABU/CEWE/Sebastian Fricke
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Foto: NABU/CEWE/Sebastian Fricke

Was tun, wenn man einen Vogel gefunden hat?

Zuerst prüfen: Nestling oder Ästling?

Nestling (siehe Foto):

kaum oder keine Federn, kann nicht hüpfen → wenn möglich zurück ins Nest setzen oder Hilfe holen.

Ästling:

bereits befiedert, hüpft am Boden und wird meist weiter von den Eltern versorgt → nur aus direkter Gefahr (z. B. Straße, Katze) umsetzen und beobachten.

 

Ist der Vogel verletzt oder geschwächt:

·        Ruhe bewahren und den Vogel vorsichtig einfangen.

·        In einen mit Küchenpapier/Handtuch ausgelegten Karton mit Luftlöchern setzen.

·        Karton an einen ruhigen Ort bei Zimmertemperatur stellen.

·        Kein Futter und kein Wasser geben.

·        Bei blutenden Wunden sofort zu einem vogelkundigen Tierarzt oder in eine Wildvogelstation.

·        Nach ca. 4 Stunden vorsichtig kontrollieren:

→              wach und aufmerksam

→              Gefieder unauffällig

→              Kopf, Flügel und Füße in normaler Haltung

→              keine Krämpfe oder Lähmungen

·        Ist der Vogel fit → in der Nähe des Fundortes freilassen.

·        Bei Auffälligkeiten → Tierarzt oder Wildvogelstation aufsuchen.

 

Wichtig:

·        Nicht füttern oder tränken.

·        Nicht unnötig anfassen.

·        Nicht in die Luft werfen.

·        Keine Wärmequellen verwenden.

·        Nicht selbst über das Schicksal des Tieres entscheiden – Tierarzt einschalten.

 

Hilfe:

Pirna: Uwe-Jens Bartling 0174 56 74 585

Dresden: Wildvogelhilfe 01514 2077174

                Stadttauben Initiative 015561046576 (nur Stadttauben)

Fledermaus

Foto: Karsten Mosebach
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Foto: Karsten Mosebach

Fledermaus gefunden – was tun?

  • Eigenschutz zuerst: Fledermäuse niemals mit bloßen Händen anfassen → Handschuhe oder ein Tuch benutzen.
  • Befindet sich die Fledermaus im Zimmer → Fenster öffnen und selbstständig hinausfliegen lassen (auch tagsüber möglich)


Geschwächte Fledermaus erkennen:

  • bewegt sich sehr langsam oder fühlt sich kalt an → möglicherweise geschwächt oder in Kältestarre (z. B. Winterschlaf oder Energiemangel) → in diesem Zustand nicht flugfähig
  • Fledermäuse benötigen 10–45 Minuten, um ihre normale Körpertemperatur von ca. 37 °C („Betriebstemperatur“) zu erreichen – erst dann können sie fliegen, trinken und fressen


Bei Verletzungen:

  • Bei Wunden oder Knochenbrüchen sofort Tierarzt oder Fledermausspezialist kontaktieren
  • Bis dahin vorsichtig in eine Notfallkiste setzen


Vorübergehende Unterbringung:

  • Schuhkarton mit Luftlöchern verwenden.
  • Mit zerknülltem Küchenpapier oder Stofftuch auslegen
  • Winter: kühl lagern (ca. 5–10 °C)
  • Sommer: bei Zimmertemperatur aufbewahren


Trinken und Futter:

  • Einige Tropfen lauwarmes Wasser vorsichtig seitlich an die Maulspalte geben (kein Napf – Fledermäuse erkennen Wasser nicht über Ultraschall)
  • Futter nur bei Bedarf: lebende oder frisch zerkleinerte Mehlwürmer
  • Fressen und Trinken ist nur bei normaler Körpertemperatur möglich


Abflugversuch (nur unverletzte erwachsene Tiere):

  • In der Abenddämmerung erhöht an eine raue Fläche setzen
  • Beobachten, ob die Fledermaus selbstständig abfliegt


Jungtiere (Mai–Juli):

  • Möglichst ins Quartier zurücksetzen
  • Ist das Quartier unbekannt → mit einem „Kuschelturm“ helfen:

    > In eine glatte Schüssel eine mit lauwarmem Wasser gefüllte Flasche stellen

    > Flasche mit einer Socke überziehen

    > Jungtier in der Dämmerung an die Socke setzen und katzensicher nahe des Fundortes aufstellen

  • Gibt das Jungtier Laute von sich, kann die Mutter es nachts abholen
  • Wird es bis zum Morgen nicht abgeholt → Fledermausspezialist kontaktieren
  • Bis Hilfe kommt: warm und sicher in der Notfallkiste unterbringen


Wichtig:

  • Fledermausquartiere möglichst melden (z. B. beim NABU).
  • Keine Selbstversuche – Fledermäuse sind geschützte Wildtiere und brauchen fachkundige Hilfe


Hilfe:

Dresden: Ulrich Dingeldey Telefon: 0351 2118521 oder 0351 4414672 

Sebnitz: Uwe Löser Telefon: 0152 06380049 

 Pirna: Uwe-Jens Bartling Telefon: 0174 5674585

Igel

Foto: Jan Piecha
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Foto: Jan Piecha

Igel gefunden – was tun?

 

Sofort Hilfe holen, wenn der Igel:

·        tagsüber unterwegs ist (Ausnahme: Jungtiere im Sommer)

·        verletzt oder abgemagert wirkt

·        hustet oder auffällig atmet

·        Wichtig: Nicht jeder Tierarzt ist igelkundig → am besten eine Igelstation kontaktieren

 

Frühling

·        Ab März wachen Igel aus dem Winterschlaf auf

·        Oft gibt es noch wenig natürliche Nahrung

·        Bei länger kühlen Nächten: Futter und Wasser bereitstellen

 

Sommer

·        Sommer ist Jungtierzeit

·        Igelnester nicht zerstören, auch an ungewöhnlichen Orten nicht

·        Muttertiere brauchen zusätzlich Futter

·        Junge Igel können tagsüber unterwegs sein → erst beobachten, nicht sofort eingreifen

·        Eingreifen nur, wenn Jungtiere apathisch oder geschwächt wirken

→     in eine Kiste mit Handtuch setzen

→     Wärme (z. B. warme Wasserflasche unter Tuch) anbieten

→     Igel wiegen und Igelstation kontaktieren

 

Herbst

·        Igel fressen Fettreserven für den Winterschlaf an

·        Fütterung weiter anbieten.

·        Ende Oktober sollten Jungtiere etwa 650 g erreicht haben.

·        Laubhaufen liegen lassen und Gartenhäuser/Garagen kontrollieren

 

Winter

·        Igel, die im Winter unterwegs sind, brauchen meist Hilfe.

·        In hohe Kiste mit Handtuch setzen.

·        Erst nach Rücksprache füttern.

·        Wasser bereitstellen, ggf. Futterstelle für weitere Igel einrichten

 

Geeignetes Futter

✅ getreidefreies Katzenfutter 

✅ ungewürztes Rührei 

✅ Wasser

 

Nicht geeignet

❌ Obst, Gemüse, Nüsse 

❌ Milch / Katzenmilch 

❌ rohes Fleisch oder rohe Eier 

❌ Brot, Nudeln, Reis

 

Wichtig

Keine Selbstexperimente – Igel sind Wildtiere und sollten bei Unsicherheit immer von einer Igelstation oder igelkundigen Fachperson beurteilt werden.

 

Hilfe:

Radebeul: Igelnotruf: 0157 / 74 70 32 72/ Igelberatung: 0151 / 20 16 66 38

                Beratungszeit: 16:00 Uhr - 19:00 Uhr

Pirna:       Uwe-Jens Bartling Telefon: 0174 5674585


Ameisen

Foto: Dorothea Bellmer
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Foto: Dorothea Bellmer

Ameisen im Haus oder Garten – was tun?

 

·        Einzelne Ameisen im Haus sind meist harmlos und auf Nahrungssuche

·        Ganze Ameisenstraßen deuten auf ein Nest in der Nähe hin

·        Ameisen im Garten sind grundsätzlich nützlich (Bodenlockerung, Schädlingskontrolle)

 

Im Haus

·        Ruhe bewahren – keine Panik

·        Nahrungsquelle entfernen (Krümel, Zucker, Tierfutter)

·        Flächen gründlich reinigen (Wasser + Essig oder mildes Reinigungsmittel)

·        Zugänge prüfen und abdichten (Fenster, Ritzen, Türen)

·        Ameisen nicht unnötig zerquetschen – sie hinterlassen Duftspuren für weitere Tiere

 

Im Garten

·        Ameisen möglichst nicht bekämpfen, sondern umlenken

·        Nest nur stören, wenn es direkt an ungünstigen Stellen liegt (z. B. Spielbereich, Terrasse)

·        Alternative Plätze anbieten (trockener, ruhiger Bereich im Garten)

·        Keine chemischen Mittel im Garten verwenden, wenn möglich

 

Das sollte man vermeiden

·        Kein kochendes Wasser in Nester gießen (Tierleid + oft wirkungslos)

·        Keine starken Insektengifte im Wohnbereich

·        Kein wildes Umgraben oder Zerstören von Nestern ohne Notwendigkeit

·        Keine Panikreaktionen bei einzelnen Tieren

 

Wichtig zu wissen

Ameisen orientieren sich über Duftspuren – deshalb breiten sie sich schnell in Reihen aus

Wenn die Nahrungsquelle weg ist, verschwinden viele Kolonien von selbst wieder

In Innenräumen handelt es sich oft um „Wanderameisen“ auf Nahrungssuche, nicht um große Nester im Haus

 

Hilfe Sächsische Schweiz:  0 162 / 64 43 792

Hornissen

Foto: NABU/Heinz Strunk
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Foto: NABU/Heinz Strunk

Hornisse gefunden – was tun?

Ruhe bewahren

·        Hornissen sind friedlich und stechen nur bei direkter Bedrohung

·        Sie stehen in Deutschland unter besonderem Schutz

 

Einzelne Hornisse im Haus

·        Fenster öffnen, Raum abdunkeln, Licht nach draußen lenken

·        Hornisse in Ruhe selbst hinausfliegen lassen

·        Nur im Notfall vorsichtig mit Glas und Papier nach draußen setzen

 

Geschwächte Hornisse

·        kann erschöpft wirken und am Boden sitzen

·        Vorsichtig an einen geschützten Ort bringen

·        Ein Tropfen Wasser anbieten, bei Bedarf wenig Zuckerwasser (kein Honig)

Hornissennest

·        Abstand halten und Flugbahn nicht blockieren

·        Nest niemals berühren, zerstören oder eigenständig umsiedeln

·        Bei ungünstiger Lage (z. B. direkt am Haus) immer Fachberatung oder Naturschutzbehörde               einschalten

 

5. Verletzte Hornisse

·        Mit Vorsicht in einen Karton mit Luftlöchern setzen

·        Ruhig, dunkel und geschützt lagern

·        Fachstelle oder Wildtierhilfe kontaktieren

 

Rechtliche Lage (Deutschland)

  • Hornissen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.
  • Es ist verboten, Hornissen zu töten, zu verletzen, zu fangen oder ihre Nester ohne Genehmigung zu entfernen.
  • Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

     → Bußgelder: je nach Bundesland und Schwere des Verstoßes bis zu ca. 50.000 € oder mehr                 möglich.

     → Zusätzlich können Kosten für behördliche Ersatzmaßnahmen entstehen (z. B. fachgerechte                Umsiedlung).

 

Wichtig:

❌ Nicht schlagen oder vertreiben

❌ Kein Insektenspray verwenden

❌ Nest nicht selbst entfernen oder umsiedeln

❌ Keine Störung am Einflugbereich verursachen

 

Gut zu wissen:

Hornissen sind wichtige Nützlinge und regulieren andere Insektenpopulationen. Ein Nest ist in der Regel ungefährlich, solange ausreichend Abstand eingehalten wird.


Wolf

Foto: Heiko Anders
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Foto: Heiko Anders

Wolf gefunden oder gesehen – was tun?

Grundsätzlich wichtig

·        Wölfe sind in Deutschland streng geschützt und sehr scheu

·        Sie meiden in der Regel den Menschen und ziehen sich meist zurück

·        Angriffe auf Menschen sind bei gesunden Wildwölfen extrem selten und nicht dokumentiert

 

Wenn du einen Wolf siehst

·        Ruhe bewahren

·        stehen bleiben und Abstand halten

·        Wolf nicht verfolgen oder bedrängen

·        ruhig sprechen, damit er dich wahrnimmt

·        langsam zurückziehen, wenn nötig

→ Meist zieht sich der Wolf von selbst zurück

 

Wenn der Wolf dich bemerkt

·        nicht wegrennen

·        langsam rückwärtsgehen

·        deutlich machen, dass du Mensch bist (stehen bleiben, ruhig sprechen)

·        Fluchtweg für das Tier frei lassen

·        Wenn der Wolf ungewöhnlich nah kommt

·        aufrecht stehen, groß machen

·        laut sprechen oder klatschen

·        einige Schritte auf ihn zugehen (nicht rennen)

·        klare Abschreckung zeigen

→ Ziel: Der Wolf soll lernen, dass Menschen keine Beute sind

 

Hunde

·        sofort anleinen

·        nah bei sich halten

·        Hunde sind für Wölfe interessanter als Menschen

·        Was du NICHT tun solltest

·        nicht füttern oder anlocken

·        nicht versuchen zu streicheln

·        nicht einkreisen oder verfolgen

·        keine Selfies aus Nähe

·        keine Panikreaktionen (Schreien ohne Kontrolle, Weglaufen)

 

Wann melden?

·        Wolf melden, wenn er:

→     sich wiederholt in Siedlungen aufhält

→     sehr geringe Scheu zeigt

→     auffällig oder verletzt wirkt

→ Zuständig sind regionale Wolfshotlines / Fachstellen

 

Wichtiger Hintergrund (Sachsen)

Wölfe sind in Sachsen wieder dauerhaft heimisch (viele Rudel, vor allem in der Lausitz) Sie leben überwiegend zurückgezogen und nachtaktiv.

 

Hilfe

Sachsen Fachstelle Wolf: 0800/ 5550666




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