Wer wird Vogel des Jahres 2027?
Ab dem 8. September 2026 können Menschen in ganz Deutschland wieder mitentscheiden. Fünf unterschiedliche Vogelarten stehen zur Wahl – und jede von ihnen erzählt ihre eigene Geschichte.
Doch bei der Wahl geht es um mehr als um die Frage, welcher Vogel am schönsten, bekanntesten oder beliebtesten ist.
Warum gibt es die Wahl des Vogels?
Der „Vogel des Jahres“ soll auf die Lebensbedingungen unserer heimischen Vogelwelt aufmerksam machen und für wichtige Naturschutzthemen sensibilisieren.
Seit 1971 gibt es die Aktion. Was ursprünglich als Kampagne für eine bedrohte Vogelart begann, hat sich zu einer bundesweiten Möglichkeit entwickelt, auf Arten, Lebensräume und konkrete Naturschutzprobleme aufmerksam zu machen. Der Jahresvogel wird dabei zum Botschafter für ein Thema, das weit über seine eigene Art hinausgeht.
Wer steht dieses Jahr zur Wahl des Vogel 2027?
Für 2027 stehen Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel zur Wahl.
Der Kolkrabe – mehr als nur ein schwarzer Vogel
Aussehen: Groß, schwarz und kräftiger Schnabel
Raben und Krähen wurden häufig als „schädlich“ betrachtet und verfolgt. Heute wissen wir, dass Kolkraben hochintelligente und anpassungsfähige Vögel sind und eine wichtige Rolle in unseren Ökosystemen spielen.
Sein Thema: Vorurteile abbauen und Wildtiere besser verstehen.
Der Kranich – unterwegs zwischen den Lebensräumen
Wenn im Herbst große Kranichschwärme über unsere Landschaft ziehen, ist das für viele Menschen ein besonderes Naturschauspiel.
Für einen Kranich endet Naturschutz nicht an einer Landesgrenze. Als Zugvogel ist er auf verschiedene Lebensräume entlang seiner gesamten Wanderroute angewiesen wie z.B. Rastplätze, Feuchtgebiete, Wiesen.
Der Kranich macht deshalb deutlich, wie eng unterschiedliche Lebensräume miteinander verbunden sind – und dass Naturschutz über Grenzen hinweg gedacht werden muss.
Sein Thema: Schutz von Lebensräumen und Zugvögeln.
Die Mehlschwalbe – Nachbarin unter unserem Dach
Die Mehlschwalbe lebt mitten unter uns. Ihre Nester baut sie bevorzugt an Gebäuden, beispielsweise unter Dachvorsprüngen.
Doch moderne Gebäude, Sanierungen und fehlende geeignete Nistmöglichkeiten machen es der kleinen Schwalbe zunehmend schwer. Auch für den Nestbau braucht sie etwas, das in unserer immer stärker versiegelten Landschaft seltener wird: Lehm und feuchte Stellen, an denen sie Baumaterial sammeln kann.
Wer Mehlschwalben helfen möchte, kann deshalb schon im eigenen Umfeld etwas bewirken – beispielsweise durch das Erhalten von Nestern, geeignete Nisthilfen oder eine kleine Lehmpfütze.
Ihr Thema: Gebäudebrüter, Nistplätze und naturnahe Siedlungsräume.
Der Trauerschnäpper – klein, flink und auf Höhlen angewiesen
Für seine Brut braucht er geeignete Höhlen und damit Lebensräume, in denen alte Bäume und natürliche Strukturen erhalten bleiben. Fehlen solche natürlichen Brutplätze.
Sein Beispiel zeigt, wie wichtig strukturreiche Wälder und alte Bäume für unsere Vogelwelt sind – und dass manchmal schon eine vergleichsweise kleine Maßnahme einen Unterschied machen kann.
Sein Thema: Alte Bäume, natürliche Höhlen und künstliche Nisthilfen.
Die Wasseramsel – ein Vogel der sauberen Bäche
Die Wasseramsel ist etwas Besonderes: Sie lebt dort, wo viele andere Vögel kaum zu finden sind – an schnell fließenden Bächen und naturnahen Gewässern.
Sie kann tauchen und unter Wasser nach Nahrung suchen. Dafür braucht sie saubere, sauerstoffreiche und strukturreiche Gewässer mit geeigneten Brutplätzen.
Ihr Thema: Naturnahe Fließgewässer und der Schutz unserer Bäche.
Deine Stimme zählt!
Fünf Vögel – fünf unterschiedliche Geschichten. Welcher soll 2027 die Stimme für den Naturschutz sein?
Vom 8. September bis zum 15. Oktober 2026 kann jede und jeder seine Stimme abgeben.
Vielleicht entscheidest du dich für einen Vogel, den du besonders gerne beobachtest. Vielleicht überzeugt dich aber auch das Naturschutzthema, für das er steht.
Egal, welcher Vogel am Ende gewinnt: Jeder Kandidat macht auf einen Lebensraum oder ein Problem aufmerksam, für dessen Schutz es sich lohnt, genauer hinzusehen.
Jetzt informieren und abstimmen: [Link zur offiziellen Wahlseite des NABU einfügen]
Und vielleicht begegnet euch euer Favorit ja schon bald vor der eigenen Haustür …
Ob an unseren Bächen, in den Wäldern, auf der Streuobstwiese oder direkt am eigenen Haus – Vogelschutz beginnt dort, wo wir leben.
Der NABU Sebnitz wünscht allen fünf Kandidaten viel Erfolg bei der Wahl!

