RG SebnitzAktuelles

Stellungnahme zum Bikepark

NABU-Regionalgruppe Sebnitz
Kirchstraße 14
01855 Sebnitz                                                                    Sebnitz, den 14.04.20121

 

 An den Bürgermeister und den Stadtrat der Stadt Sebnitz

 

Stellungnahme der NABU-Regionalgruppe Sebnitz zum geplanten Bikepark

 „Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem Schritt. Sondern mit vielen kleinen, von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung.“ (Michael Köhlmeier)

 Damit der geplante Bikepark in unserer Region nicht ein solcher kleiner Schritt zum großen Bösen „Umweltzerstörung“ wird, halten wir, die Mitglieder und Freunde der NABU-Regionalgruppe Sebnitz es für wichtig, dass sich möglichst viele Betroffene bei der Umsetzung dieses Vorhabens einbringen können. Wir möchten uns gemeinsam mit allen anderen Akteuren an dem Planungs- und Realisierungsprozess beteiligen, um auch für die, die sich nicht selbst äußern können, Tiere, Pflanzen… sprich die Natur, eine bestmögliche Variante zu erreichen.

Nach einem sehr erkenntnisreichen, konstruktivem Diskurs innerhalb unserer Gruppe, können wir Folgendes zusammenfassen:

Es gibt keine grundsätzliche Ablehnung des Vorhabens. Es besteht weitgehend Konsens darüber, dass die Region vom – sanften -  Tourismus lebt, dass das Vorhaben ein grenzüberschreitender, verbindender Beitrag wäre, dass die einheimische Jugend davon profitieren und der Nationalpark, zumindest die Zahl der Fahrradfahrer betreffend, entlastet werden könnte.

Wir möchten uns dafür einsetzen, dass die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich sind.  Wichtig ist, dass es sich beim "Sebnitzer Wald und Kaiserberg " (zu dem die Naturschutzgebiete Gimpelfang und Heilige Hallen gehören), um ein FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) handelt, das 1992 von der EU in das Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen wurde.

Der geplante Bikepark erscheint – Genaues ist bisher nicht in Erfahrung zu bringen – als großer Eingriff in den Lebensraum Sebnitzer Wald. Dabei wäre der zeitweise Umbau der Wege, nach welchem sich die Natur wieder erholt, nicht der große Eingriff. Dieser bestünde in der langanhaltenden Störung durch die Anwesenheit vieler Menschen, die sich mit z.T. hoher Geschwindigkeit durch den Wald bewegen.

Dieser – unser - Wald ist ein besonders artenreicher Lebensraum mit seltenen, gefährdeten Tieren, wie Haselmaus, Grau- und Mittelspecht und Pflanzenarten wie Christophskraut, Alpen-Hexenkraut und Sanikel. Dieser Wald wird nachhaltig bewirtschaftet  und wurde genau dafür kürzlich vom Umweltministerium prämiert. Er ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wirtschaft.

Aber um sich darüber konkret austauschen zu können, bedarf es natürlich der Kenntnis der Pläne. Deshalb fordern wir die baldige Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie! Wir sehen es auch als Chance für unsere Stadt, vielleicht mit einem besonders naturschutzrelevanten Bikepark zu werben. Gut kommuniziert, können möglicherweise dadurch entstehende Einschnitte in die Dimension besser mitgetragen werden. Grundsätzlich und aus unserer Sicht noch wichtiger ist allerdings der Ausbau des Radwegenetzes für alle Fahrradfahrer und die entsprechenden Möglichkeiten der Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir halten es für dringend notwendig, die Naturschutzverbände frühzeitig einzubeziehen, um eventuelle spätere Klagen (siehe bspw. Naturschutzgebiet Röderauwald Zabeltitz) und somit verlorene Zeit und Energie  zu verhindern.

Wir hoffen auf einen konstruktiven Austausch.

Die Mitglieder und Freunde der NABU-Regionalgruppe Sebnitz




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